Apr 16

„Steh auf!“ – Frauenseminar im Kloster Bonlanden

Unter dem Thema „Ich sage dir steh auf!! Sich aus inneren Abhängigkeiten lösen“ trafen sich 38 Frauen zu einem Seminar im Kloster Bonlanden mit Frau Linda Jarosch. Eine Gruppe, die Freitagabend schon angereist war, begann schon mit einer kleinen thematischen Einheit, in der es galt sich Begriffe zum Thema „Steh auf!“ auszusuchen. Was bedeutet dieser Begriff für mich ganz persönlich in meiner jetzigen Situation? Wo stecke ich gerade fest? Wo will ich mit mir hin?

Begriffe wie aufbrechen, rebellieren, mich lösen, abgrenzen, aufgerichtet sein, zu mir stehen, hochkommen,………… gaben viel Arbeit und auch die ein oder andere Erkenntnis mit sich.

Nach einem meditativen Abschluss klang der Freitagabend mit Ratschen und dem Spiel ‚Phase 10‘ aus.

Nach der Morgenbesinnung und dem Frühstück wurde die Einheit des vorigen Abends für die ‚Neuangekommenen‘ noch einmal kurz wiederholt, bevor wir uns der Geschichte der ‚Auferweckung der Tochter des Jairus‘ zuwandten. Sie sollte uns heute durch den Tag begleiten. In einem Echolesen spürten wir den Worten und Sätzen nach, die uns besonders ansprachen, berührten oder vielleicht auch Fragen hervorriefen. Wo finden wir uns in dieser Geschichte wieder? – Wir blieben am Begriff des ‚Töchterchen‘ hängen. Wo machen wir uns klein? Werden klein gehalten? Wo werden wir in unseren Wünschen eingeschränkt. Jede hatte dazu die Möglichkeit allein sich selbst auf die Spur zu kommen. Was löst unsere Erkenntnis in uns aus? Wie gehen wir damit um? Als ‚Töchterchen‘  bezeichnet zu werden weckt die Sehnsucht zur Veränderung. Es bedeutet Bewegung und neuer Anfang. Steh auf! Oft haben wir kein Vertrauen in unsere eigenen Möglichkeiten. Doch  Jesus setzt dagegen: „Glaube nur!“ Er richtet auf. So wie die Tochter des Jairus nur schläft, so schläft auch vieles in uns, was wir nicht wagen, es nicht tot – es ruht in uns und sammelt Kraft, um irgendwann gelebt zu werden.

FrauenseminarNach einer kurzen Pause vertieften wir unsern Blick in diese Geschichte auch mit einer Partnerübung, die den Zuspruch des anderen ausdrücken sollte. Bestärkung und Zuspruch des anderen ist wichtig.

Jesus ging mit seien Begleitern und den Eltern in die Kammer der Tochter und schickte alle anderen weg. Was ist unsere Kammer, in die wir uns zurückziehen können, um uns selbst zu spüren?

Nach der Mittagspause ging es in vier Gruppen weiter, die sich mit folgenden Themen auseinandersetzten: „Mein Gewinn, wenn ich aufstehe“ – „Der heimliche Gewinn, wenn ich nicht aufstehe“ – „Von wem/was möchte/muss ich mich lösen?“ – „Meine Sehnsucht – wer wäre ich, wenn ich aufstehe?“ Es ist immer wieder erstaunlich, was man in einer halben Stunde so alles zusammentragen kann. Nach einer kurzen Vorstellung dieser Gruppenplakate, versetzen wir uns in die Personen der Geschichte, indem wir die Szene nachspielten. Welche Gefühle kamen den spielenden Personen? Was ging in den ‚Nur-Zuschauern‘ vor? Es spielen eigene Erfahrungen und Erlebnisse eine Rolle, man darf auch nur mal Zeuge sein ohne immer nur handeln zu müssen.

Nachdem wir uns in kleinen Gruppen noch austauschten, was uns als Frau nährt, was Lebenslust und Vitalität gibt, kamen wir zur letzten Einheit des Tages: Wie zu Beginn sollte sich jede wieder einen der Begriffe wählen. Ist es der Gleiche? Ist es ein anderer? Und wie würde ich ihn in einer Haltung, in einer Bewegung darstellen? Eine Haltung, an die ich mich immer wieder erinnern könnte, um mir selbst zu sagen: „Steh auf!“

Das Seminar wurde immer wieder aufgelockert mit Liedern und kleinen Tänzen, die uns in Bewegung brachten, die uns ‚aufweckten‘.

Unser Danke gehört ganz besonders Frau Linda Jarosch, die jede von uns eindrucksvoll in die Geschichte der Tochter des Jairus mitnahm. Die uns mit ihren eigenen Gedanken und Erfahrungen vor Augen führte, was in uns schläft, das endlich aufstehen möchte.

(Moni Glombitza)