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Sep 17

Pilgerfahrt nach Kroatien mit Ljubljana und Medjugorje

Am Samstag, 30. August 2014, nachts um  3.30 Uhr bei lauen 17° C vor dem Amendinger Pfarrhof machten sich 21 Pilger auf den Weg nach Kroatien. Weitere  Stationen sollten auch Ljubljana und Medjugorje sein. Gegen 11.15 Uhr erreichten wir Ljublijana, wo uns unsere Stadtführerin Claudia schon erwartete. Wir feierten in der Kirche St. Jakob unseren Eröffnungsgottesdienst und erfuhren im Anschluss etwas über die Geschichte und der Situation der Kirche Sloweniens. Politik und Kirche, Finanzierung, junge Leute, Priesteranteil… Ljubliana ist Hauptstadt und größte Stadt Sloweniens. Eine Bedeutung des Namens wird z. B. mit „geliebte Stadt“ wiedergegeben. Auch stolpert man immer wieder über die deutsche Bezeichnung „Laibach“. Durch die die Altstadt fließt die Lubljanica („Fluss der sieben Namen“). Auf dem Preseren Platz steht das Denkmal des Nationaldichters Dr. Franc Preseren, dessen Gedicht ‚Zdravljia‘ die heutige Nationalhymne ist.Kroatien (1)

Der Sonntag führte uns mit unserer Führerin Petra  in die einzigartige Landschaft der Plitvicer Seen. Ein perfektes Zusammenspiel von Wasser, Stein und Vegetation. Ein Blick war schöner als der andere und man wusste gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. Das Wasser in seiner absoluten Klarheit plätscherte mal sanft dahin, war manchmal heftig sprudelnd, um dann wieder in einem stürmisch tosendenden Wasserfall in die Tiefe zu stürzen. Ein beeindruckendes Naturschauspiel. Die Plitvicer Seen haben eine Länge von 9 km und bestehen aus 16 Seen – vier untere Seen und zwölf obere. Zwischen dem obersten und dem untersten besteht ein Höhenunterschied von 130 m. Der größte See ist der Kozjak, auf dem auch die Fähren verkehren. Es ist eine Landschaft, die aus Kalkstein oder Dolomit besteht. Am frühen Nachmittag ging es bei 21°C und gepackten Koffern weiter nach Medjugorje. Bevor es ins Hotel Bagaric unterhalb des Erscheinungsberges ging, besuchten wir noch den Abendgottesdienst im Freien auf dem großen Platz. Viele verschiedene Sprachen und doch eine Vertrautheit im Glauben. Antons Idee, nachts noch schnell auf den Erscheinungsberg zu laufen, brachte acht von uns auf den Weg. Und mancher fragte sich schon, ob er mitgegangen wäre, wenn er geahnt hätte, wie sich der Weg gestaltet. Aber es war eine sehr schöne, wenn auch anstrengende Erfahrung. Nicht nur für den Körper, sondern auch für die Seele. Oben erwartete uns ein Gefühl von Ruhe, Frieden und Freiheit. Ein Stilles Gebet, ein sich Fallenlassen in die Hände Marias, in die Hände Gottes.

Der Montagmorgen brachte die Erkenntnis, dass es gestern zum Abendessen eindeutig einen Gockel zu wenig gab. Der krähte nämlich ab vier Uhr morgens in einer Dauerschleife bis sieben Uhr durch. Nachdem nach dem Morgengebet und dem Frühstück das Wetter leicht aufklarte, es aber für den Kreuzberg doch zu gefährlich war, konnte man nochmal auf den Erscheinungsberg gehen. Bei Tag sah das doch schon anders aus. Und so trug jeder seine eigenen Gedanken, seine Gebete, seine Last oder die des anderen nach oben, um sie in die Hände Marias zu legen. Danach ging es zur Führung mit Vicky. Sie erzählte uns über Medjugorje, über die Erscheinungen, die sechs Seher, die Botschaften, das Wirken. Sie erzählte über die Prüfungen durch die Kirche, durch den Vatikan. Eine Anerkennung gestalte sich deshalb so schwierig, weil es immer neue Botschaften gibt, die geprüft werden müssen. Es könnten auch bösartige Mächte greifen, wie eine Geschichte der Seher zeigte. Sie sind schließlich Menschen wie du und ich und werden nicht vom Bösen verschont. Die Seher sehen und hören Maria nicht nur, sie fühlen sie auch. Aber dass sie auch vorsichtig sind, zeigt die Geschichte von Vicka, die die Gottesmutter mit einer Ladung Weihwasser „duschte“. Anschließend konnte jeder seine Zeit selbst gestalten wie er wollte. Es gab die Möglichkeit Zeugnisse von Menschen zu hören, sich hier auf dem Gelände zu tummeln oder auch einfach nur ins Hotel zu fahren. Die Gemeinschaft Cenacolo bietet jungen Menschen in Krisensituationen – besonders bei Drogenproblemen – die Möglichkeit zu einem Neubeginn. Hier konnten wir beeindruckende und vor allem mutige Zeugnisse von jungen Menschen hören, die schon früh den Halt in ihrem Leben verloren haben. Ein Leben, das geprägt waren von Alkohol, Drogen und Kriminalität. Hier machen sie sich auf, den Sinn im Leben neu zu entdecken und alles Vergangene hinter sich zu lassen. Und hier entdecken sie auch den Glauben, der sie tragen kann und der ihr Leben in eine neue Richtung gehen lässt. Abends trafen wir uns zum Rosenkranzgebet und der Hl. Messe in der Kirche, ausgerüstet mit Radios, die uns die deutsche Übersetzung des Gottesdienstes lieferten. Nach dem Abendessen im Hotel besuchte uns noch einmal Vicky, um uns weiter von Medjugorje zu berichten.

Kroatien (2)

Der Dienstag war ein Tag der Erscheinung am Blauen Kreuz. Schon früh morgens pilgerten Ströme von Menschen im Gebet zum Erscheinungsberg, um dabei zu sein. Wer von uns am Erscheinungsberg mit dabei war, spürte in diesem Moment eine unendliche Ruhe und das bei so vielen Menschen. Aber auch eine tiefe Ruhe in sich selbst, eine unheimlich friedliche Atmosphäre. Ein Gefühl, das sich schwer beschreiben lässt. Ein Gefühl, das man einfach selbst erleben muss. Eine Botschaft der Muttergottes war u.a. auch, dass, wenn die Seher die Wahl hätten, die Mutter Gottes zu sehen oder den Gottesdienst zu besuchen, sie sich für das Wichtigere entscheiden sollen: nämlich Jesus in der Eucharistie zu begegnen.

Wer sich also für die deutsche Pilgermesse entschied, den erfreute der Gesang von einer deutschen Pilgergruppe und eine wirklich herzerfrischenden Predigt eines schwäbischen Pfarrers über den Geist Gottes, der hier in Medjugorje wirkt.

Mittags ging es dann weiter nach Mostar. Hier durften wir eine lebhafte und eine wirklich bildhafte Altstadt-Führung mit Jasmin (männlich!) erleben. Sehr kurzweilig und mit viel Spaß erzählte er nicht nur über Mostar, sondern auch über die drei Stufen des Grappa-Trinkens. Auf dem Weg zur ‚Stari Most‘ (Alte Brücke) erklärte Jasmin vor einem Geschäft die Zubereitung des türkischen Kaffees, wies auf den ein oder anderen Laden hin und erzählte uns auf der Brücke, wie die jungen Männer ihrer Angebeteten hier ihre Liebe beweisen, indem sie von der Brücke in die 20m darunter liegende Neretve springen. Stari Most wurde im November 1993 im Bosnienkrieg zerstört, ab 1996 wieder aufgebaut und 2004 neu eröffnet. Sie steht als Symbol für das friedliche Zusammenleben verschiedener Völker in Mostar und Bosnien-Herzigowina.

Am Mittwoch stand Dubrovnik im Mittelpunkt des Tages. Der Schutzheilige dieser Stadt ist der Hl. Blasius. Mit dem Bus ging es hinein in die Altstadt, wo uns schon unsere Führerin Helena erwartete. Es ging durch das Pile-Tor, eines von nur drei Zugängen in die Altstadt, von dem man auch schon gleich auf dem Stradun, der Hauptflaniermeile Dubrovniks, landete. Früher wurde jeden Abend und bei Gefahr der bewegliche Teil der Zugbrücken hoch gezogen und die Stadt war sicher verschlossen. Wir besichtigten die Franziskanerkirche, bevor wir uns über einige Stufen auf die Stadtmauer begaben, um von dort über eine Stunde lang bei einem Spaziergang einen herrlichen Blick über die Altstadt Dubrovniks zu genießen.

Kroatien (3)

Nach einer kurzen freien Zeit trafen wir uns kurz nach Mittag, um mit der Seilbahn noch auf den Berg, um von dort einen schönen Blick hinunter auf Dubrovnik zu genießen. Gerade wieder wohlbehalten unten angekommen, begann es aus allen Eimern zu schütten. Der Himmel öffnete seine Schleusen über der Stadt und in kürzester Zeit, bahnten sich neue Bäche, Wasserfälle und von Dächern stürzendes Wasser ihren Weg hinunter ins Meer. Menschen wateten durch knietiefes Wasser, Autos suchten ihren Weg durch überflutete Straßen und auch unsere Taxifahrt hatte schon etwas leicht Abenteuerliches. Wir feierten noch einen Abendgottesdienst in Cavtat, unser Busfahrer Pepe wurde Opa und das Abendessen genossen wie wieder bei einem reichhaltigen Buffet.

Der Donnerstag bescherte uns wieder eine längere Busfahrt. Kurz nach Mittag kamen wir in Split an, wo uns diesmal Milena einen Einblick in die Geschichte der Stadt gab. Zentrum ist der Diokletianpalast, der Anfang des 4. Jahrhunderts dem römischen Kaiser Diokletian als Alterssitz diente. Man betritt diesen Palast von der belebten Hafenpromenade aus und kommt in ein  mächtiges  Kellergewölbe, das ahnen lässt, welche Ausmaße dieser „Ruhesitz“ hatte – ein Grundriss von etwa 215 x 180m mit starken Mauern und Ecktürmen. In den unterirdischen Hallen waren über viele Jahrhunderte Abfälle verborgen, die den Palast auch auf eine besondere Weise ‚konservierten‘ und erhielten. Dieser Palast ist immer noch bewohnt, beherbergt heute Wohnungen, Cafés, kleine Galerien und Geschäfte. Durch die engste Gasse Splits mit einer Breite von 57cm und dem Spitznamen „Lass-mich-durch-Gasse“ sind wir leider nicht mehr gekommen.

Nachmittags ging es dann auch schon weiter nach Zadar ins Hotel Kolovare. Wer von uns dort den Aufzug ‚geschrottet‘ hat, konnte nicht nachvollzogen werden. Wohl aber, wer von uns etwa 20 min. drin stecken blieb. Jedenfalls prägte ihn ab da das Schild ‚Out Of Order‘. Kleiner Sprung ins Meer, Gottesdienst, Abendessen und Abendspaziergang an der Promenade.Kroatien (4)

Wir entspannten ein Viertelstündchen an der Seeorgel. Durch Rohre unterhalb des Wasserspiegels wird allein durch die Kraft der Wellen die Luft durch ein Kanalsystem geleitet und erzeugt somit ständig andere Töne. Ähnlich kraft- und klangvoll denen einer Orgel. Ein Platz zum Zuhören, Verweilen oder Meditieren. Auch die Lichtorgel war beeindruckend. Mit romantischen Klängen an verschiedenen Ecken der Stadt ging es langsam zurück ins Hotel.

Den Freitag begannen wir mit einer Führung durch Zadar. Zdenka hatte viel zu erzählen. Von der Entstehung der Europaflagge, bis hin zum Römischen Forum, von dem die Überreste als Fundamente für die Kirche des Hl. Donat dienten, einer zweigeschössigen Rundkirche Anfang des 9. Jahrhunderts erbaut, bis zum Engel auf dem Glockenturm, der die beste Wettervorhersage lieferte. Unser Weg führte uns auch wieder über die Uferpromenade bis zur Seeorgel, wo über Nacht auch die Aida angelegt hatte. Bis zur Abfahrt nach Rijeka hatten wir noch die Möglichkeit zu Baden.

Kurz nach Mittag ging es weiter nach Rijeka. Dort kreisten wir systematisch unser Hotel von allen Seiten ein ohne auch nur in die Nähe zu kommen. Baustellen machten es unmöglich und so baten wir kurzerhand die Polizei um Hilfe, die uns vorausfahrend zum Best Western Hotel Jardan geleitete.  Dort konnte man noch kurz ins Meer hüpfen, wir feierten Gottesdienst und saßen nach dem Abendessen noch gemütlich auf ein, zwei … Bierchen zusammen.

Kroatien (5)

Der Samstag war auch schon unser letzter Tag. Wie besuchten unser letztes Ziel in Slowenien: Die Tropfsteinhöhlen von Postojna (auch Adelsberger Grotte),ein fantastischer Komplex von Gängen, Galerien und Hallen. Mit dem Höhlenzug  ging es erst mal flott etwa 2km  hinein, um dann festzustellen, wenn das die Hölle wär, könnte man es durchaus hier aushalten. Ein Wortspiel um einen Buschstaben: Höhle oder Hölle. 😉 Fotos halten nicht annähernd fest, was hier zu sehen und zu erleben war. Im Laufe dieser  1 ½ Stunden bei ca. 10°C und Gängen von ca. 5km Gesamtlänge war ein Blick schöner und eindrucksvoller als der andere und von manchen Formationen musste man sich schon loseisen. Jeder von uns konnte seine eigene Fantasie spielen lassen. Der schönste Stalagmit ist der 5m hohe ‚Brillant‘ in strahlend weißer Farbe. Ein nennenswertes Tier diese Höhle ist auch der Grottenolm, den man natürlich auch als kuschliges Souvenir mitnehmen konnte.

Mittagspause gab es anschließend im Restaurant, wo der Birnenschnaps schon fast als MUSS angesagt wurde. Dann ging es auch schon weiter Richtung Heimat. Gegen 19 Uhr feierten wir noch einen abschließenden Parkplatz-Gottesdienst und so waren wir gegen 23 Uhr wieder zurück in unserem doch so schönen Aumadenga.

Alle Pilger sagen ein ganz ganz großes DANKE an unseren Reiseleiter Pfr. Anton Latawiec für diese wunderschöne Reise, die bei jedem wieder schöne und intensive Eindrücke hinterlassen hat. DANKE !!!

 

(M O N I   Glombitza)