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St. Joh. Nepomuk

Kath. Kapelle St. Johann Nepomuk

Eisenburg liegt weit sichtbar gegenüber den Ortschaften Amendingen und Trunkelsberg. 1747 genehmigte der Generalvikar aus Augsburg der kleinen Gemeinde Eisenburg den Bau einer Kapelle. Zu einer Weihe kam es aber erst 1781, als Dekan Franz Josef Thies das Ordinariat in Augsburg um Erlaubnis bat, die Benediktion der Kapelle vorzunehmen. Am 18. Mai 1781 kam die Zusage aus Augsburgt und die Lizenz, in den folgenden sieben Jahren auch die Messe in Eisenburg lesen zu dürfen. Die Kirche wurde unter den Schutz des hl. Johann Nepomuk gestellt, der der Patron des Beichtgeheimnisses, der Schiffer und Flößer sowie der Sterbenden ist, er hilft gegen Wassergefahren und bei übler Nachrede. Unterhalb des Burgbergs, im unteren Teil des Ortes an der Straße nach Trunkelsberg gelegen, wurde die Kapelle als schlichter Satteldachbau mit zwei Fensterachsen und einem halbrund abschließenden Chor errichtet.

Relativ aufwendig ist der Eingangsereich auf der Westseite mit einer Eintrumfasade gestaltet, die durch einen großen Blendbogen und zegelgedeckte Quersimse gegliedert ist. Das im Obergeschoss oktoonale Türmchen endet mit rundbogigen Schallfenstern und wird von einem Turmhelm bekrönt. Auf der Südseite der Kapelle wurde 1956 eine kleine Sakristei mit Flachdach angebaut. Der Innenraum ist ein längsgerichteter, einschiffiger Saal mit einem flachen Tonnengewölbe über einer Pilastergliederung. In  der Nord- und Südwand sind je zwei hohe Rundbogenfenster eingefügt, die den Raum erhellen. Der etwas eingezogene Chor ist wie der Gemeinderaum durch Pilaster gegliedert. Üger der westlichen Eingangsseite schwingt eine 1815 errichtete Holzempore auf später erneuerten Holzstützen in den Raum vor. Renovierungen fanden 1887/88 sowie 1955/56, 1994/95 und 2011/2012 statt.

Ausstattung

Der über der schlichten Mensa aufgebaute und mit kleineren figürlichen Arbeiten geschmückte Hochaltar dürfte zur Erbauunszeit der Kapelle vor der Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden sein. Glatte und gedrehte Freisäulen mit ergoldeten Kapitellen und seitlichen Engelsköpfen mit großen Akanthusranken, die sich zu Voluten rollen, flankieren das Altarbild. Im Auszug erscheint an zentraler Stelle das Marienmonogramm, das von zwei Engelputti, die auf Gebälkstücken sitzen, begleitet wird. Das von Konrad Huber (1752-1830) aus Weißenhorn geschaffene Altargemälde, Maria mit dem Jesusknaben, wurde erst 1817 in den Hochaltar eingesetzt. Als Marientypus wählte Huber die aus Byzanz stammende Darstellung der sogenannten „Hodegetria“, deren berühmtestes Vorbild und zugleich Urbild in der Patriarchalkirche Santa Mfaria Magiore in Rom aufgewahrt wird, weshalb alle Kopien auch „Maria Major“ genannt werden.

Die Legende berichtet, dass es sich beim römischen Gemälde um jenes handelt, weelcvhesd der Evangelist Lukas von der Muttergottes gemalt habe, Huber mßte allerdings nicht in die Ewige Stadt reisen, um eine Kopie anzufertigen. In unmittelbarer Nähe, in Haupeltshofen bei Krumbach und in Schießen bei Roggenburg hatten sich zwei bedeutende Wallfahrtsorte der „Maria Major“ mit Kopien der römischen Hodegetria entwickelt. Die Wallfahrtskirche in Schießen kannte Konrad Huber gut, da er dort bereits als junger Maler tätig gewesen war.

Eine Besonderheit stellt das Gemälde mit dem Christkind von Böhmisch-Krummau dar (frühes 18. Jh.), das vermutlich Glasbläser aus ihrer böhmischen Heimat mitbrachten, die sich im Otterwald niedergelassen hatten. Die Darstellung geht auf ein Gnadenbild zurück, welches im Klarissenkloster in Krummau stand. Unter dem mit einem weiten Rock und einer Krone geschmückten Jesusknaben, der von einem Blumenkranz aus Rosen, Narzissen, Maiglöckchen und Kornblumen umgeben wird, steht geschrieben: „Daß Lieb: und Gnadenreiche Jesuleiin bey denen Kloster Jungfrauen / ordenß der heil Mutter CLARAE in Böhmisch-Crummau“. Der Kreuzweg  wurde in den 1920er Jahren gestiftet.

(aus Kirchenführer St. Ulrich)