Jul 24

Pfarrer Anton geht, doch ein Stück von ihm bleibt!

Ein ganz einfacher und normaler Gottesdienst so kurz vor den Ferien, so kurz vor dem Urlaub sollte es sein. Und in diesem Gottesdienst sollte die Pfarrei St. Ulrich Abschied nehmen können von ihrem beliebten Seelsorger Pfarrer Anton Latawiec, der seinen Weg in Weißensberg bei Lindau weitergeht. Doch normal war es bei Weitem nicht. Die Pfarrkirche St. Ulrich platzte aus allen Nähten und viele mussten den Gottesdienst stehend oder vor der Kirche mit verfolgen. Normal war auch nicht der ‚vollgestopfte‘ Altarraum, denn 60 aktive und ehemalige Ministranten ließen es sich nehmen, an diesem Tag dabei zu sein und auch die vier Chöre der Pfarrei gestalteten die Hl. Messe musikalisch mit. Also auch nicht ‚normal‘. Neben unserem Pfarrer Anton zelebrierten unser zukünftiger Pfarrer Dekan Ludwig Waldmüller und Pater Xaver Berchthold mit Verstärkung der Diakone Oliver Föhr und Roland Pressl die Hl. Messe mit.
Der Gottesdienst stand, wie schon länger geplant, unter dem Thema „Aus-Zeiten“. Und ja, dieser Gottesdienst dauerte heut doch etwas länger und war mal eine etwas andere ‚Aus-Zeit‘ an einem Sonntag. Auszeit miteinander und füreinander. Und in seiner Predigt nahm unser Pfarrer Anton diese Auszeiten in den Blick. Gerade im Urlaub verplanen wir oft diese Zeit, um ja nicht das eine oder andere in dieser Zeit zu verpassen. Auszeiten zu nehmen heißt aber auch den Moment genießen, so wie er gerade ist und vielleicht die nächste Sehenswürdigkeit doch mal ausfallen zu lassen. Und hier fasste sich unser Anton auch an die eigene Nase. Und wir Amendinger wissen, wovon er redet ;-). Weniger ist oft mehr! Als Danklied gab es ein Lied vom Kinderchor, das unser Anton besonders gern mag und bei dem die ganze Pfarrgemeinde nochmal so richtig in Bewegung kam und mit Eifer dabei war: „Vom Anfang bis zum Ende…“
Normal war dieser Gottesdienst also nicht. Und einfach? Einfach auch nicht. Denn in all den Grußworten im Anschluss kam die besondere Verbundenheit aller zu unserem Anton zum Ausdruck. Er war nicht nur unser Pfarrer, er war auch ein Freund. Und wenn ein Freund geht, dann schmerzt es. Und Dekan Waldmüller zitierte in seinem Grußwort ein Gemeindemitglied: „So viel Mensch kann ein Pfarrer sein!?“ Das fasst doch alles zusammen. Grußworte und beste Wünsche kamen noch von Bürgermeisterin Frau Margareta Böckh für die Stadt Memmingen – der ebenfalls anwesende Oberbürgermeister Manfred Schilder ließ ihr heut den Vortritt – und von der evangelischen Gemeinde von Pfarrer Severin Brodersen und Pfarrer Dr. Martin Burkhardt. Die Kirchenverwaltung nahm mit Worten der Kirchenpflegerin Christine Jäger Abschied und wie es in Amendingen zur kleinen Tradition geworden ist, schloss ihr Grußwort mit einem Witz. Für die Pfarrgemeinde verabschiedete sich natürlich auch Pfarrgemeinderatsvorsitzende Brigitte Auer-Marten, die mit ihrem engagierten PGR-Team, die Fäden in der Hand hatte und diesen Tag so wunderbar organisierte. Jeder Redner hatte natürlich ein kleines Geschenk für unseren Anton dabei. Die Abschlussworte hatte dann unser Pfarrer Anton selbst und auch bei ihm spürte man diesen Abschiedsschmerz und diese Wehmut. Auch er hat sich bei uns wohl gefühlt und in allen Bereichen von Anfang an Unterstützung und Zuwendung erfahren. St. Ulrich war ein Stück Heimat für ihn. Nein, einfach war der Gottesdienst auch nicht!
Im Anschluss gab es einen Stehempfang im Pfarrheim, bei dem die Feuerwehr drinnen und draußen im Zelt für die notwendigen „Löscharbeiten“ sorgte und wo kleine ‚Buffet-Oasen‘ von der Metzgerei Dauner und kleine Nachtisch-Kuchen der Bäckerei Bittner auf den Ansturm warteten. Und der war da! Denn auch im Pfarrheim gab es vor lauter Menschen kaum ein Durchkommen. Nein, normal war auch das nicht! Die Musikapelle Amendingen verabschiedete und bedankte sich bei unserm Pfarrer Anton noch mit ein paar Stückchen und alle Gäste konnten noch das Gespräch mit ihm suchen.
DANKE an alle, die diesen Abschiedsabend organisiert und mitgestaltet haben. Das ist St. Ulrich! Gemeinschaftlich miteinander und füreinander im Glauben unterwegs schauen wir vertrauensvoll in die Zukunft. Unserem Anton wünschen wir alles Liebe und Gute für seinen neuen Weg und vor allem Gottes reichen, schützenden Segen.

Anton geht, doch in jedem von uns bleibt ein Stück Anton im Herzen zurück!

Danke Anton!

 

(M O N I   Glombitza)
 (Bilder: Gerhard Glombitza)